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Drei Sätze über Vereine, die fast jeder für Gesetz hält. Keiner davon steht so im Gesetz.

Wie Sie selbst nachlesen, was für Ihre Entscheidung wirklich gilt.

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Blog · Apollon · Donnerstag, 17. September 2026

Das meiste, was Ihnen jemand als Tatsache erzählt, ist eine Meinung mit gutem Ruf.

Ich erlebe das ständig: Jemand kommt mit einer Idee, hat mit mehreren Menschen gesprochen und bringt Sätze mit, die sicher und endgültig klingen.

Als stünden sie genauso im Gesetz.

Drei davon begegnen mir besonders häufig.

„Ein Verein darf kein Geld verdienen.“

Im österreichischen Vereinsgesetz steht:

„Ein Verein darf nicht auf Gewinn berechnet sein.“

Das bedeutet etwas anderes.

Ein Verein kann sich wirtschaftlich betätigen und Einnahmen sowie Gewinne erzielen. Entscheidend ist, wofür diese verwendet werden. Für eine ausschließlich gewinnorientierte Tätigkeit steht die Rechtsform des Vereins dagegen nicht zur Verfügung.

Der Unterschied ist erheblich:

„Ein Verein darf kein Geld verdienen“ ist etwas völlig anderes als „Ein Verein ist nicht zur Ausschüttung von Gewinnen an Einzelne da.“

Zwischen diesen beiden Aussagen liegen viele unternehmerische Möglichkeiten.

„Ein Verein zahlt keine Steuern.“

Ein Verein ist durch seine Rechtsform nicht automatisch steuerfrei.

Welche steuerliche Behandlung greift, hängt von seiner konkreten Ausgestaltung, seinem Zweck und seiner Tätigkeit ab.

Genau deshalb ist die Aussage „Ein Verein zahlt keine Steuern“ genauso wenig hilfreich wie die pauschale Annahme, ein Verein sei steuerlich uninteressant.

Die entscheidende Frage lautet:

„Wie ist dieser konkrete Verein aufgebaut und was tut er tatsächlich?“

„Als Obmann haften Sie privat für alles.“

Auch das steht so nicht im Vereinsgesetz.

Das Gesetz knüpft eine persönliche Haftung von Organwaltern an bestimmte Pflichtverletzungen. Für unentgeltlich Tätige sieht es dabei einen milderen Haftungsmaßstab vor.

Das bedeutet weder:

„Sie haften für alles.“

noch:

„Sie haften für nichts.“

Entscheidend ist wiederum der konkrete Sachverhalt.

Drei Fragen, die aus einer Meinung eine Information machen

Wenn Ihnen jemand einen sicher klingenden Satz präsentiert, fragen Sie:

„Woher wissen Sie das?“

„Gilt das für meinen konkreten Fall?“

„Wer trägt die Folgen, wenn diese Aussage falsch ist?“

Das sind einfache Fragen. Und sie verändern erstaunlich viele Gespräche.

Denn häufig stellt sich heraus:

Was wie eine Tatsache klang, war eine Erfahrung, eine Interpretation oder etwas, das irgendwann jemand erzählt hat.

Welche Rechtsform soll ich für meine Selbstständigkeit wählen?

Genau hier wird das Thema für mich unternehmerisch interessant.

Ein Mensch macht sich selbstständig. Er hat eine Geschäftsidee, vielleicht sogar Startkapital – aber noch keinen einzigen Euro Umsatz.

Und trotzdem steht für ihn bereits fest:

„Ich gründe eine GmbH.“

Warum?

Weil er gehört hat, dass man das so macht. Weil die Haftung dann beschränkt sei. Weil ein Bekannter eine GmbH hat. Oder weil er mit der Frage zu jemandem geht, dessen beruflicher Alltag sich seit Jahren innerhalb genau dieser bekannten Rechtsformen bewegt.

Dabei müsste die erste Frage eine völlig andere sein:

„Was soll mit diesem Unternehmen überhaupt entstehen?“

Denn eine Rechtsform ist keine Formalität, die man bei der Unternehmensgründung eben erledigt.

Sie entscheidet unter anderem über laufenden Aufwand, Rechnungslegung, Veröffentlichung, Kapital, Haftung, Steuern und darüber, wie beweglich eine unternehmerische Struktur später ist.

Wer diese Entscheidung trifft, bevor er die Folgen seiner Rechtsform kennt, beginnt für mich am falschen Ende.

Und selbst beim vermeintlich einfachen Argument „Dann hafte ich privat nicht“ lohnt sich das genaue Hinsehen.

Sowohl bei der deutschen GmbH als auch bei der österreichischen GmbH gilt grundsätzlich: Für Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet die Gesellschaft mit ihrem Vermögen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass persönliche Haftung grundsätzlich ausgeschlossen ist. Geschäftsführer können bei Pflichtverletzungen persönlich haften; persönliche Bürgschaften oder Sicherheiten können weitere Haftungsrisiken schaffen.

„GmbH bedeutet keine persönliche Haftung“ ist deshalb genauso eine Aussage, die genauer geprüft werden sollte.

Die Frage lautet deshalb nicht:

„Welche Rechtsform nimmt man, wenn man sich selbstständig macht?“

Sondern:

„Was möchte ich aufbauen – und welche Struktur trägt genau dieses Ziel?“

Erst informieren.
Dann das Ziel bestimmen.
Dann die Struktur wählen.

Selbst nachlesen verändert die Qualität Ihrer Entscheidung

Die gesetzlichen Grundlagen sind öffentlich zugänglich.

Sie können selbst lesen, was dort tatsächlich steht.

Das ersetzt keine individuelle Prüfung eines konkreten Falles.

Es verändert jedoch die Ausgangslage.

Statt zu fragen:

„Geht das überhaupt?“

beginnen Sie mit:

„Was ist tatsächlich geregelt – und was bedeutet das für mein Vorhaben?“

Der Gesetzestext sagt Ihnen, was geregelt ist.

Er entscheidet nicht für Sie, was für Ihr Unternehmen klug ist.

Genau dort beginnt Unternehmertum.

Souveränität heißt, zu wissen, woher Sie etwas wissen – und daraus Ihre eigene Entscheidung zu treffen.

Eine Rechtsform ist keine Entscheidung für die Ewigkeit. Sie lässt sich im Laufe einer unternehmerischen Entwicklung verändern oder durch weitere Strukturen ergänzen.

Jederzeit ist es möglich, die Rechtsform an die Entwicklung des Unternehmens anzupassen.

APOLLON – Wir entwickeln Unternehmer, damit ihre Unternehmen wachsen können.

Kein fertiger Plan nötig

Ein Gespräch.

Sie erzählen, wo Sie stehen. Wir schauen gemeinsam darauf, was bereits da ist und was daraus entstehen kann.

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