Mittwoch, 26. August 2026
Es gibt Fragen, die stellt man sich gerne.
Und es gibt Fragen, die sollte man sich stellen.
Diese gehört zur zweiten Kategorie:
Ist das, was ich anbiete, heute überhaupt noch gefragt?
Im ersten Halbjahr 2026 meldeten in Österreich 3.449 Unternehmen Insolvenz an. Rund neunzehn jeden Tag.
In Deutschland waren es 12.900.
Das sind viele Unternehmen, viele Arbeitsplätze und sehr viel Geld.
Eine andere Zahl finde ich allerdings noch bemerkenswerter:
In Österreich wurden 1.444 Insolvenzverfahren gar nicht erst eröffnet, weil kein Vermögen mehr vorhanden war.
Das bedeutet für mich vor allem eines:
Diese Unternehmen sind vermutlich nicht am Dienstagmorgen aufgewacht und plötzlich war alles vorbei.
So etwas entwickelt sich.
Langsam.
Der Umsatz wird weniger. Die Kosten bleiben. Liquidität verschwindet. Man arbeitet mehr. Man versucht noch etwas. Man hofft auf den nächsten Auftrag.
Und irgendwann ist der Tank leer.
Vielleicht ist mehr arbeiten gar nicht die Lösung.
Wenn es wirtschaftlich enger wird, sehe ich häufig dieselbe Reaktion:
Mehr machen.
Mehr verkaufen.
Mehr Werbung.
Mehr telefonieren.
Mehr arbeiten.
Kosten senken.
Förderungen suchen.
Mit dem Steuerberater sprechen.
Alles nachvollziehbar.
Ich würde allerdings vorher eine ganz andere Frage stellen:
Braucht der Markt das, was ich anbiete, heute überhaupt noch in dieser Form?
Denn wenn sich der Markt verändert hat, bringt mehr Energie in derselben Richtung vor allem eines:
mehr vom Gleichen.
Vielleicht braucht es etwas anderes.
Märkte fragen uns vorher um keine Erlaubnis.
Wir können hervorragend in dem sein, was wir tun.
Wir können jahrzehntelange Erfahrung haben.
Wir können unsere Kunden lieben und unsere Arbeit beherrschen.
Und trotzdem verändert sich die Welt um uns herum.
Neue Technologien entstehen.
Kunden verändern ihr Verhalten.
Andere Geschäftsmodelle tauchen auf.
KI übernimmt Aufgaben, für die gestern noch Menschen bezahlt wurden.
Leistungen werden anders gebündelt.
Neue Formen der Zusammenarbeit entstehen.
Und plötzlich wird etwas, das jahrelang selbstverständlich funktioniert hat, anders nachgefragt.
Das ist keine Bewertung unserer Leistung.
Es ist eine Veränderung des Marktes.
Und als Unternehmer können wir darauf reagieren.
Solange wir hinschauen.
Vier Fragen, die ich mir als Unternehmer stellen würde
Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und eine Stunde Zeit.
1. Wofür bezahlen Ihre Kunden Sie wirklich?
Damit meine ich weniger die Position auf Ihrer Rechnung.
Welches Problem hatte Ihr Kunde, bevor er zu Ihnen kam?
Was war danach besser?
Warum war ihm genau das Geld wert?
Wenn Sie das in einem Satz formulieren können, wird plötzlich sehr klar, was Sie eigentlich verkaufen.
2. Wird dieses Problem in fünf Jahren noch existieren?
Vielleicht ja.
Vielleicht wird es sogar größer.
Vielleicht verändert es sich.
Vielleicht wird es auf eine vollkommen andere Art gelöst.
Jede dieser Antworten ist wertvoll.
Denn sobald Sie die Entwicklung erkennen, können Sie damit arbeiten.
3. Wer löst dasselbe Problem heute bereits anders?
Schauen Sie dabei über Ihre klassischen Wettbewerber hinaus.
Vielleicht ist Ihr neuer Wettbewerber eine Software.
Eine Plattform.
KI.
Ein Baukastensystem.
Ein Video.
Oder ein Unternehmen, das mehrere Leistungen plötzlich miteinander verbindet.
Die interessante Frage lautet:
Was verändert sich dadurch für mein eigenes Angebot?
4. Was können Sie längst, wofür Sie bisher kein Geld verlangen?
Diese Frage finde ich besonders spannend.
Viele Unternehmer besitzen Wissen, Fähigkeiten, Kontakte oder Erfahrungen, die für sie vollkommen selbstverständlich geworden sind.
Genau deshalb erkennen sie deren Wert häufig selbst kaum noch.
Dabei kann genau dort das nächste Produkt, die nächste Dienstleistung oder sogar ein neues Geschäftsmodell liegen.
Eine unangenehme Antwort kann sehr wertvoll sein, wenn sie früh genug kommt.
Wenn Sie heute feststellen:
Da stimmt etwas nicht mehr.
Gut.
Denn jetzt können Sie etwas damit tun.
Sie haben möglicherweise noch Kunden.
Sie haben Wissen.
Sie haben Beziehungen.
Sie haben Infrastruktur.
Sie haben Erfahrung.
Und vor allem:
Sie haben Handlungsspielraum.
Eine Krise beginnt für mich deshalb viel früher als mit Zahlungsunfähigkeit.
Sie beginnt dort, wo ein Unternehmer spürt, dass etwas verändert werden sollte, und trotzdem weitermacht wie bisher.
Wer früh hinsieht, kann gestalten.
Und vielleicht müssen Sie auch gar nicht alles allein lösen.
Unsere Wirtschaft hat uns sehr stark darin trainiert, Unternehmen einzeln zu betrachten.
Mein Unternehmen.
Meine Mitarbeiter.
Meine Kunden.
Meine Kosten.
Meine Infrastruktur.
Meine Lösung.
Ich finde eine andere Frage wesentlich spannender:
Was wäre möglich, wenn wir das Vorhandene neu miteinander verbinden?
Vielleicht haben andere Unternehmer genau die Ressourcen, die Ihnen fehlen.
Vielleicht haben Sie etwas, das für andere wertvoll ist.
Vielleicht lassen sich Wissen, Infrastruktur, Kontakte, Einkauf, Verwaltung, Märkte oder Projekte miteinander verbinden.
Vielleicht braucht Ihr bestehendes Unternehmen ein neues Angebot.
Vielleicht braucht es eine andere Struktur.
Vielleicht liegt die Möglichkeit sogar in etwas, woran Sie heute noch überhaupt nicht denken.
Genau deshalb würde ich an dieser Stelle auch keine fertige Lösung präsentieren.
Denn zuerst müssen wir verstehen, was eigentlich erreicht werden soll.
Sie müssen die Lösung noch nicht kennen.
Das ist vielleicht der wichtigste Gedanke dieses Artikels.
Wenn Sie merken, dass sich etwas verändert, müssen Sie noch keine Antwort darauf haben.
Sie müssen noch nicht wissen, welches neue Angebot daraus entstehen könnte.
Sie müssen noch nicht wissen, ob Sie Ihr bestehendes Geschäftsmodell weiterentwickeln, etwas Neues aufbauen oder sich mit anderen verbinden sollten.
Das ist der nächste Schritt.
Und manchmal braucht es dafür jemanden von außen, der andere Fragen stellt.
Jemanden, der auf das schaut, was bereits vorhanden ist.
Auf Ihr Unternehmen.
Auf Ihre Erfahrung.
Auf Ihre Ressourcen.
Auf Ihre Kontakte.
Auf Ihre Möglichkeiten.
Und vor allem auf das, was Sie eigentlich erreichen möchten.
Genau dort beginnt der nächste Schritt.
Vielleicht haben Sie beim Lesen bereits gemerkt, dass sich etwas verändern darf.
Vielleicht kennen Sie Ihr Ziel schon sehr genau.
Vielleicht wissen Sie bisher nur:
So wie bisher soll es nicht weitergehen.
Sie brauchen an dieser Stelle noch keine fertige Lösung.
Nehmen Sie sich Zeit für ein kurzes Gespräch.
Wir möchten zunächst verstehen, wo Sie stehen, was Sie beschäftigt und was Sie erreichen möchten.
In einem ersten persönlichen Gespräch schauen wir auf Ihre Ausgangssituation und klären, ob und wie APOLLON Sie dabei sinnvoll begleiten kann.
Ergibt sich daraus der nächste Schritt, vereinbaren wir anschließend das persönliche Gespräch mit Marion Bernard.
Was Sie bis dahin tun können
Nehmen Sie sich eine Stunde.
Ein Blatt Papier.
Und beantworten Sie die vier Fragen.
Mehr braucht es für den Anfang gar nicht.
Wenn danach alles stimmt, haben Sie Klarheit gewonnen.
Wenn Sie dabei entdecken, dass sich etwas verändern darf, haben Sie etwas mindestens genauso Wertvolles gewonnen:
Sie haben es erkannt, solange Sie noch gestalten können.
Denn genau darum geht es für mich bei Unternehmertum:
Früh genug hinsehen.
Zusammenhänge verstehen.
Möglichkeiten erkennen.
Und handeln, solange man noch gestalten kann.
Kein fertiger Plan nötig
Ein Gespräch.
Sie erzählen, wo Sie stehen. Wir schauen gemeinsam darauf, was bereits da ist und was daraus entstehen kann.