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Was passiert, wenn Sie Nicht-Unternehmer nach einer unternehmerischen Idee fragen?

Warum ein Nein aus Ihrem Umfeld wenig darüber sagt, was mit Ihrer Idee möglich ist.

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Blog · Apollon · Donnerstag, 3. September 2026

Ein Unternehmer hat eine Idee.

Er möchte etwas verändern, neu strukturieren, weitergeben oder gemeinsam mit anderen aufbauen. Die Idee fühlt sich richtig an. Also beginnt er, mit Menschen darüber zu sprechen.

Mit seiner Partnerin. Mit seinen Kindern. Mit Freunden. Mit jemandem, der sich angeblich mit dem Thema auskennt.

Und plötzlich passiert etwas Merkwürdiges:

Drei Menschen sagen Nein.

Und aus drei persönlichen Antworten wird im Kopf des Unternehmers:

Vielleicht ist meine Idee doch nicht gut.

Dabei wurde darüber noch gar nicht gesprochen.

Ein Fall aus meiner Praxis

Vor Kurzem kam ein Unternehmer mit einer sehr konkreten Überlegung zu mir.

Er beschäftigt sich damit, wie eine Immobilie langfristig weitergegeben und in eine tragfähige Struktur gebracht werden kann. Eine seiner Überlegungen war, dafür einen Verein zu nutzen.

Wir hatten einen Termin vereinbart, um genau das zu betrachten.

Dann sprach er mit Menschen aus seinem Umfeld.

Seine Partnerin wollte mit einem solchen Verein nichts zu tun haben. Seine Tochter ebenfalls nicht. Ein Bekannter, der Vereine kennt, äußerte sich kritisch.

Der Termin wurde abgesagt.

Das Spannende daran war für mich nicht die Absage.

Es war die Perspektive, aus der die Antworten entstanden waren.

Keiner dieser Menschen hatte das ursprüngliche Ziel entwickelt. Keiner brauchte selbst einen Verein. Keiner hatte sich zunächst damit beschäftigt, welche Möglichkeiten durch diese Idee für die Beteiligten überhaupt entstehen könnten.

Sie beantworteten eine Frage, die aus ihrer Sicht vollkommen nachvollziehbar war:

Will ich das?

Aber das war noch gar nicht die unternehmerische Frage.

Die hätte gelautet:

Was könnte dadurch möglich werden?

Ein Nein beantwortet zunächst nur eine einzige Frage

Wenn ich einen Menschen frage:

„Würdest du Mitglied in meinem Verein werden?“

und er sagt Nein, dann weiß ich anschließend genau eine Sache:

Dieser Mensch möchte aufgrund der Informationen, die er gerade hat, kein Mitglied dieses Vereins werden.

Mehr weiß ich nicht.

Ich weiß noch nicht, ob meine Idee trägt.

Ich weiß nicht, ob die Struktur sinnvoll ist.

Ich weiß nicht, ob andere Menschen daran Interesse hätten.

Und ich weiß schon gar nicht, welche Möglichkeiten entstehen könnten, wenn man die Idee einmal vollständig durchdenkt.

Trotzdem machen wir aus einem persönlichen Nein erstaunlich schnell ein Urteil über die ganze Sache.

Angst prüft Risiken. Kreativität entdeckt Möglichkeiten.

Hier liegt für mich ein entscheidender Unterschied.

Wenn Menschen mit etwas Unbekanntem konfrontiert werden, kommen häufig zuerst Fragen wie:

Wer haftet?

Was kann passieren?

Welche Verpflichtung gehe ich ein?

Was ist, wenn es nicht funktioniert?

Was passiert, wenn jemand aussteigt?

Das sind keine falschen Fragen.

Sie haben nur eine bestimmte Blickrichtung: Gefahr erkennen, Sicherheit herstellen, Verlust vermeiden.

Unser Denken verengt sich dabei auf das, was schiefgehen könnte.

Und genau darin liegt die Falle.

Denn aus einem Zustand, der vor allem nach Gefahren sucht, entsteht selten etwas Neues.

Kreativität braucht einen anderen inneren Raum.

Einen Zustand, in dem der Mensch nicht nur auf das reagiert, was bereits vorhanden ist, sondern Verbindungen herstellen, Varianten denken und etwas sehen kann, das vorher noch gar nicht existiert hat.

Deshalb beginnt unternehmerisches Denken für mich nicht mit:

Was kann schiefgehen?

Sondern mit:

Was könnte daraus entstehen?

Was wäre möglich, wenn wir es machen?

Was könnte dadurch leichter werden?

Was könnte jeder Beteiligte davon haben?

Welche Verbindung könnte entstehen?

Welche Möglichkeit gibt es heute noch gar nicht, weil wir sie noch nicht gedacht haben?

Erst danach kommt die Risikoanalyse.

Dann können wir fragen:

Was davon wollen wir?

Was müssen wir regeln?

Wie gestalten wir es?

Welche Risiken gibt es tatsächlich?

Und welche davon sind wir bereit zu tragen, weil die Möglichkeit auf der anderen Seite groß genug ist?

Das ist eine völlig andere Reihenfolge.

Angst fragt: Was könnte passieren?
Kreativität fragt: Was könnte entstehen?
Unternehmertum braucht beides, aber zuerst muss die Möglichkeit überhaupt gedacht werden.

Was wäre denn möglich, wenn die Antwort Ja lautet?

Genau diese Frage fehlte in meinem konkreten Fall.

Die Partnerin braucht keinen Verein.

Die Tochter braucht keinen Verein.

Auch der Bekannte braucht keinen Verein.

Warum sollten sie also spontan begeistert auf die Frage reagieren:

„Möchtest du Mitglied in meinem Verein werden?“

Die interessantere Frage wäre gewesen:

Was könnte diese Struktur für jeden Einzelnen möglich machen?

Könnte die Partnerin dadurch beispielsweise langfristig Möglichkeiten erhalten, die Immobilie weiterhin zu nutzen?

Welche Möglichkeiten könnten sich für die nächste Generation bei Vermögen und Nachfolge ergeben?

Könnte eine Struktur entstehen, die unabhängig davon Bestand hat, was im Leben einzelner Beteiligter passiert?

Wer entscheidet später?

Was soll erhalten bleiben?

Was soll weitergegeben werden?

Wer soll welchen Nutzen daraus haben?

Darüber kann man sprechen.

Man kann Möglichkeiten entwickeln, sie anschließend rechtlich und steuerlich prüfen und am Ende entscheiden, welche davon tatsächlich umgesetzt werden sollen.

Aber dafür muss die Möglichkeit zunächst einmal gedacht werden dürfen.

Wir treten ständig Strukturen bei, die andere geschaffen haben

Das finde ich an solchen Situationen besonders interessant.

Menschen werden Mitglied in einem Fußballverein, ohne vorher dessen gesamte Konstruktion infrage zu stellen.

Sie kaufen Aktien von Unternehmen, deren Vorstände sie persönlich überhaupt nicht kennen.

Sie schließen sich Genossenschaften, Verbänden und anderen Organisationen an, wenn sie darin einen Nutzen für sich erkennen.

Sobald jedoch jemand aus dem eigenen Umfeld sagt:

„Ich habe eine Idee. Lass uns einmal schauen, was wir daraus machen können.“

beginnt erstaunlich häufig zuerst die Risikoanalyse.

Vielleicht ist das sogar eine der interessantesten Gewohnheiten unserer Zeit:

Wir sind hervorragend darin trainiert, Bestehendes zu beurteilen.

Aber sehr viel weniger darin, Möglichkeiten zu erschaffen.

Für einen Unternehmer ist genau diese Fähigkeit entscheidend.

Denn Unternehmen entstehen nicht dadurch, dass jemand ausschließlich fragt, warum etwas schwierig werden könnte.

Sie entstehen, weil irgendwann jemand gefragt hat:

Wie könnte es gehen?

Meinung, Erfahrung und Information sind drei verschiedene Dinge

Natürlich sollten Unternehmer andere Menschen fragen.

Ich halte es sogar für ausgesprochen wichtig.

Aber ich möchte wissen, was ich gerade bekomme.

Sagt mir jemand seine persönliche Meinung?

Hat er Erfahrung mit genau dieser Situation?

Oder gibt er mir eine Information, die meine ursprüngliche Annahme tatsächlich verändert?

Das sind drei völlig unterschiedliche Dinge.

Und es gibt noch eine vierte Frage:

Trägt dieser Mensch die Konsequenzen seiner Empfehlung?

Ihre Partnerin trägt nicht automatisch die unternehmerische Verantwortung für Ihr Vorhaben.

Ihr Freund ebenfalls nicht.

Ihre Kinder möglicherweise später, heute vielleicht noch gar nicht.

Und der Bekannte, der etwas über Vereine weiß, kennt möglicherweise Vereine.

Das bedeutet noch lange nicht, dass er Ihr Ziel, Ihre Situation und alle dafür denkbaren Gestaltungsmöglichkeiten kennt.

Ein Nein kann deshalb eine wertvolle Information sein.

Es ist aber noch kein Urteil über Ihre Idee.

Hat sich Ihr Wunsch verändert, oder nur die Reaktion Ihres Umfeldes darauf?

Das ist die Frage, die ich dem Unternehmer schließlich gestellt habe.

Und ich halte sie für eine der wichtigsten Fragen überhaupt, wenn Menschen durch ihr Umfeld bei einer Entscheidung ins Wanken geraten.

Hat sich Ihr Ziel verändert?

Haben Sie neue Fakten bekommen, durch die Ihre ursprüngliche Idee tatsächlich keinen Sinn mehr ergibt?

Oder haben lediglich andere Menschen erklärt, dass sie selbst daran kein Interesse haben?

Das eine ist ein Grund, die Idee neu zu betrachten.

Das andere ist zunächst nur eine Information darüber, mit wem Sie diese Idee möglicherweise nicht umsetzen werden.

Das ist ein erheblicher Unterschied.

Unternehmerische Souveränität bedeutet nicht, niemandem zuzuhören

Sie bedeutet auch nicht, stur an jeder eigenen Idee festzuhalten.

Im Gegenteil.

Eine gute Idee darf Fragen aushalten.

Sie darf geprüft, verändert und manchmal auch verworfen werden.

Aber ich würde sie in einer bestimmten Reihenfolge prüfen:

Erst die Möglichkeit. Dann die Machbarkeit. Dann das Risiko.

Nicht andersherum.

Denn wenn Sie jede neue Idee zuerst durch den Filter möglicher Gefahren schicken, werden Sie zuverlässig sehr viele Gründe finden, sie nicht umzusetzen.

Sie werden nur nie erfahren, was daraus hätte entstehen können.

Erst das Ziel. Dann die Möglichkeiten. Dann die Struktur. Dann die Menschen.

Was möchten Sie erreichen?

Was soll erhalten, verändert oder geschaffen werden?

Was könnte daraus entstehen?

Welche Möglichkeiten gibt es dafür?

Welche Struktur trägt dieses Ziel?

Und dann kommt die Frage:

Wer möchte daran teilhaben?

Plötzlich bitten Sie andere Menschen nicht mehr darum, eine noch unfertige Idee zu beurteilen.

Sie können ihnen erklären, was Sie vorhaben und was dadurch auch für sie möglich werden könnte.

Dann können diese Menschen eine eigene, informierte Entscheidung treffen.

Sie dürfen weiterhin Nein sagen.

Aber ihr Nein entscheidet nicht mehr über Ihr Vorhaben.

Es entscheidet lediglich darüber, ob sie ein Teil davon sein möchten.

Was möchten Sie möglich machen?

Genau an diesem Punkt beginnt für mich Unternehmerentwicklung.

Nicht mit einer Rechtsform.

Nicht mit einem Verein.

Nicht mit einer EWIV.

Und auch nicht damit, andere Menschen von einer Idee zu überzeugen.

Sondern mit der Klarheit darüber, was Sie eigentlich möglich machen möchten.

Erst dann können wir prüfen, welche Wege dorthin führen.

Manchmal stellt sich dabei heraus, dass ein Verein die passende Struktur ist.

Manchmal eine EWIV.

Manchmal etwas vollkommen anderes.

Die Struktur folgt dem Ziel. Nicht umgekehrt.

Und bevor Sie das nächste Mal drei Menschen fragen:

„Was hältst du davon?“

stellen Sie sich selbst zuerst eine andere Frage:

Was möchte ich damit möglich machen?

Denn vielleicht liegt zwischen „Das geht nicht“ und einer großartigen unternehmerischen Idee nur eine Frage, die noch niemand gestellt hat.

APOLLON. Wir entwickeln Unternehmer, damit ihre Unternehmen wachsen können.

Kein fertiger Plan nötig

Ein Gespräch.

Sie erzählen, wo Sie stehen. Wir schauen gemeinsam darauf, was bereits da ist und was daraus entstehen kann.

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