Was einer allein schwer tragen kann, können viele gemeinsam tragen. Das ist die ursprüngliche Idee hinter dem Verein.
Bevor es um die Form geht, geht es um die Entscheidung. Wenn Sie noch davorstehen, beginnen Sie hier: Wenn eine Entscheidung ansteht.
Menschen verbinden Wissen, Fähigkeiten, Vermögen, Verantwortung und Möglichkeiten, um einen gemeinsamen Zweck zu verwirklichen. Sie sorgen füreinander vor. Sie teilen Risiken. Sie bewahren Werte. Sie entwickeln Projekte. Sie schaffen etwas, das über den Einzelnen hinaus wirken kann.
Eine alte Idee mit erstaunlich modernen Möglichkeiten
Die Geschichte gemeinschaftlicher Zusammenschlüsse reicht weit zurück. Bereits Gilden und Zünfte organisierten gemeinsame Interessen, Unterstützung und Vorsorge. Im 19. Jahrhundert entstanden aus dem Gedanken der gegenseitigen Unterstützung Strukturen, deren Nachfolger teilweise bis heute bestehen.
- MittelalterGilden und Zünfte organisieren gemeinsame Interessen, Unterstützung und Vorsorge.
- 1820, GothaEine Feuerversicherung nach dem Gegenseitigkeitsprinzip entsteht.
- 1824, ÖsterreichGründung der Wechselseitigen k. k. priv. Brandschaden-Versicherungs-Anstalt.
- 1828, GrazUnter Erzherzog Johann entsteht die Grazer Wechselseitige.
- 1896, WestfalenLandwirte gründen einen Versicherungsverein, aus dem die heutige LVM hervorging.
- HeuteDieselbe Idee, neue Vorhaben.
Die Herausforderungen waren unterschiedlich. Der zugrunde liegende Gedanke war ähnlich: Menschen hatten ein gemeinsames Anliegen und schufen dafür eine gemeinsame Struktur.
Gemeinsam Möglichkeiten schaffen
Der Verein ist eine eigene Rechtspersönlichkeit. Damit kann er selbst Träger von Rechten und Pflichten sein und, im Rahmen seiner konkreten rechtlichen Ausgestaltung, Verträge schließen, Konten führen, Eigentum halten, Mitarbeiter beschäftigen, Projekte durchführen und Einnahmen erzielen.
Dadurch eröffnet sich eine entscheidende Perspektive: Der Verein kann Dinge tragen, die Menschen gemeinsam verwirklichen möchten.
Genau deshalb betrachten wir bei Apollon einen Verein als Werkzeug. Die entscheidende Frage lautet:
Was möchten Sie damit möglich machen?
Der Zweck bestimmt die Struktur
Jeder Verein beginnt mit einem Zweck. Und genau dieser Zweck verdient besondere Aufmerksamkeit. Er beschreibt, wofür der Verein geschaffen wird, was die Beteiligten miteinander verwirklichen möchten und in welchem Rahmen der Verein tätig werden soll.
Deshalb beginnt unsere Arbeit mit dem Vorhaben:
- Was soll entstehen?
- Was soll erhalten werden?
- Welche Menschen sollen miteinander wirken?
- Welche Projekte sollen umgesetzt werden?
- Welche Ressourcen sollen gemeinsam genutzt werden?
- Welche Werte sollen weitergetragen werden?
- Welche Aufgaben soll der Verein übernehmen?
Aus diesen Antworten entwickelt sich die Struktur. Die Statuten geben diesem Vorhaben anschließend seinen Rahmen.
Jeder Verein trägt seine eigene Idee
Jedes Projekt ist anders. Jeder Verein entsteht aus einer eigenen Ausgangssituation. Menschen, Ziele, vorhandene Strukturen, Projekte und zukünftige Entwicklungen unterscheiden sich.
Deshalb entwickeln wir Statuten aus dem jeweiligen Vorhaben heraus. Besondere Bedeutung hat dabei die Formulierung des Vereinszwecks. Er soll das Vorhaben so beschreiben, dass die Struktur heute trägt und gleichzeitig Raum für die geplante Entwicklung bietet.
Für uns sind Statuten deshalb weit mehr als ein Dokument für die Gründung. Sie bilden die Bodenplatte, auf der der Verein anschließend arbeiten kann.
Ein Verein kann wirtschaftlich tätig sein
Ein Verein kann Einnahmen erzielen, Leistungen anbieten, Rechnungen stellen, Projekte betreiben und Menschen für ihre Tätigkeit bezahlen. Entscheidend ist die konkrete Ausgestaltung des Vereins und seines Zwecks.
Damit eröffnet der Verein Möglichkeiten, die weit über das verbreitete Bild von Vereinsfest, Ehrenamt und Freizeitgestaltung hinausgehen. Er kann Wissen vermitteln, Projekte entwickeln, Infrastruktur bereitstellen, Veranstaltungen durchführen, Vermögen halten und unterschiedliche Menschen oder Kompetenzen unter einem gemeinsamen Zweck verbinden.
Die konkrete Tätigkeit ergibt sich aus dem jeweiligen Vorhaben und der dafür geschaffenen Struktur.
Vermögen kann einem Zweck dienen
Ein weiterer wichtiger Gedanke entsteht dort, wo Menschen über längere Zeiträume und Generationen denken. Immobilien. Grundstücke. Unternehmensbeteiligungen. Wertpapiere. Sachwerte. Andere Vermögenswerte.
Ein Verein besitzt als eigene Rechtspersönlichkeit eigenes Vereinsvermögen. Damit entsteht die Möglichkeit, Vermögenswerte innerhalb einer auf Dauer angelegten Struktur zu halten und einem gemeinsamen Zweck zuzuordnen.
Gerade bei Familien, Unternehmern und Menschen mit langfristig aufgebautem Vermögen entstehen daraus interessante Fragen:
- Was soll mit diesem Vermögen langfristig geschehen?
- Was soll erhalten bleiben?
- Welchem Zweck soll es künftig dienen?
- Wie soll es über Generationen weiterwirken?
- Welche Struktur kann dieses Ziel tragen?
Diese Fragen verdienen eine individuelle Betrachtung.
Familie ist bereits Gemeinschaft
Viele Menschen verbinden einen Verein zunächst mit einer größeren Gruppe. Dabei beginnt Gemeinschaft häufig viel früher: in der Familie.
Auch Familien verfolgen gemeinsame Ziele, besitzen Vermögen, entwickeln Projekte, tragen Verantwortung und beschäftigen sich mit der Frage, was für kommende Generationen erhalten bleiben soll.
Ein Verein kann deshalb auch im familiären Zusammenhang eine interessante Struktur sein, wenn Menschen einen gemeinsamen Zweck dauerhaft organisieren möchten.
Dass der Zusammenschluss von Menschen mit einem gemeinsamen Ziel ein tragfähiger Weg ist, sieht man nicht nur bei uns. Die Bertelsmann Stiftung beschreibt im Magazin Change, wie eine Vereinsgründung Schritt für Schritt abläuft: Verein gründen: In fünf Schritten zum eingetragenen Verein.
Unternehmertum über Generationen denken
Ein Unternehmen beantwortet viele Fragen des täglichen Wirtschaftens. Uns interessiert zusätzlich die langfristige Perspektive:
- Was soll bleiben?
- Was soll wachsen?
- Was soll weitergegeben werden?
- Welche Werte sollen erhalten werden?
- Welche Projekte sollen auch in Zukunft weiterleben können?
- Und welche Struktur dient diesem Ziel?
Verein, Unternehmen, EWIV und Stiftung können dabei unterschiedliche Werkzeuge innerhalb einer größeren Architektur sein. Die Ausgangsfrage bleibt immer dieselbe: Was möchten Sie erreichen?
Die richtige Entscheidung beginnt mit Verstehen
Menschen sprechen über ihre Pläne. Mit Familienmitgliedern. Mit Freunden. Mit Geschäftspartnern. Mit Menschen, die eigene Erfahrungen gemacht haben.
Diese Erfahrungen gehören zu deren Geschichte, deren Verein und deren Ausgangssituation. Ihre Entscheidung betrifft jedoch Ihr Vorhaben. Und Sie tragen die Konsequenzen dieser Entscheidung.
Deshalb ist es sinnvoll, zunächst die eigenen Möglichkeiten zu verstehen:
- Welche Konsequenzen entstehen, wenn Sie handeln?
- Welche Konsequenzen entstehen, wenn Sie eine Entscheidung verschieben?
- Welche Struktur passt zu Ihrem Ziel?
- Welche Alternativen gibt es?
- Was soll langfristig erreicht werden?
Aus Wissen entsteht Klarheit. Aus Klarheit entsteht Entscheidungsfähigkeit.
Ist der Verein das richtige Werkzeug?
Genau diese Frage steht bei uns am Anfang. Menschen kommen mit einer Herausforderung, einer Idee oder einem Ziel. Manchmal denken sie bereits an einen Verein. Manchmal entsteht diese Möglichkeit erst während der Betrachtung.
Gemeinsam schauen wir auf das gesamte Vorhaben. Auf die Menschen. Auf vorhandene Unternehmen. Auf Vermögen. Auf Projekte. Auf die Zukunft. Auf das, was erhalten werden soll. Und auf das, was neu entstehen darf.
Daraus ergibt sich die entscheidende Frage: Ist der Verein für das, was Sie erreichen möchten, das passende Werkzeug? Diese Entscheidung braucht Wissen, Erfahrung und Gespür für das gesamte Vorhaben.
Von der Idee zur gelebten Struktur
Eine Vereinsgründung beginnt mit dem Verstehen des Vorhabens. Daraus entwickeln sich Zweck, Statuten und Struktur. Und danach beginnt das Entscheidende: Der Verein wird mit Leben gefüllt.
Projekte entstehen. Menschen arbeiten miteinander. Ressourcen werden eingesetzt. Wissen wird weitergegeben. Werte können erhalten werden. Der Verein erfüllt den Zweck, für den er geschaffen wurde.
Genau dort wird aus einem Stück Papier ein Werkzeug.
Die Artikel zu diesem Thema
Jeder beantwortet genau eine Frage.
- Darf ein Verein Rechnungen schreiben?
- Was kostet eine Vereinsgründung in Österreich?
- Wie viele Personen braucht man für eine Vereinsgründung?
- Verein oder Einzelunternehmen: was passt wann?
- Verein oder GmbH: der ehrliche Vergleich
- Was gehört in Vereinsstatuten, und was besser nicht?
- Muss ein Verein gemeinnützig sein?
- Wie zahlt ein Verein jemanden aus?
- Welche Organe braucht ein Verein wirklich?
- Was passiert bei einer Vereinsprüfung?
- Verein gründen in Deutschland oder Österreich: der Unterschied
- Wie aus einem Verein ein wirtschaftlich tragender Betrieb wird
Häufige Fragen
Darf ein Verein Rechnungen schreiben?
Ja. Ein Verein ist rechtsfähig und kann Leistungen gegen Entgelt anbieten, solange das vom Vereinszweck gedeckt ist und die Statuten es zulassen. Bei umfangreicher wirtschaftlicher Tätigkeit sind Steuerpflicht und Gemeinnützigkeit gesondert zu prüfen.
Wie viele Personen braucht man für eine Vereinsgründung?
In Österreich genügen zwei Personen für die Gründung. In Deutschland braucht ein eingetragener Verein sieben Gründungsmitglieder. Die genauen Anforderungen ergeben sich aus dem jeweils geltenden Vereinsrecht.
Muss ein Verein gemeinnützig sein?
Nein. Gemeinnützigkeit ist eine steuerliche Einstufung, keine Voraussetzung. Ein Verein kann auch wirtschaftlich tätig sein, ohne gemeinnützig zu sein.
Wie zahlt ein Verein jemanden aus?
Über anerkannte Wege wie Werkverträge, freie Dienstverträge, Anstellung oder Aufwandsentschädigungen. Welcher Weg passt, hängt von Tätigkeit, Umfang und Regelmäßigkeit ab.
Wie lange dauert eine Vereinsgründung?
Nach Einreichung der Errichtungsanzeige entscheidet die Behörde. In der Praxis vergehen meist wenige Wochen. Die Vorbereitung der Statuten ist der Teil, der Sorgfalt braucht.
Was möchten Sie möglich machen?
Vielleicht haben Sie bereits eine Vorstellung.
Vielleicht besitzen Sie Immobilien oder andere Vermögenswerte und denken über deren Zukunft nach. Vielleicht möchten Sie gemeinsam mit Ihrer Familie etwas erhalten oder entwickeln. Vielleicht möchten Sie ein Projekt aufbauen. Oder Sie möchten zunächst verstehen, welche Möglichkeiten ein Verein überhaupt eröffnet.
Dann beginnt unser gemeinsames Gespräch bei Ihrem Vorhaben. Bei dem, was bereits vorhanden ist. Bei dem, was entstehen soll.